Zamora: Die Überraschung am Duero

by Roger

Von Tordesillas, südlich von Valladolid herkommend, fuhren wir immer weiter Richtung portugiesischer Grenze. Die gesamte Region ist auf einer Höhe von 600 bis 800 Meter. An vielen Weingütern, sogenannten Bodegas, fährt man vorbei. Die Lust nach Wein ist am Morgen noch nicht so gross und wir lassen deshalb die Weingüter aus. Der Hunger trieb uns in die Stadt Zamora. Im Nachhinein gesehen, war es ein absolutes Glück. Es war eine unserer grössten Überraschungen auf dieser Reise. Zamora verströmt den gewissen Charme, welcher einem nicht mehr loslässt. Direkt am Duero gelegen mit der Altstadt auf der nördlichen Flussseite. Mit heute über 60’000 Einwohner, reicht die Geschichte bis in die Bronzezeit zurück. Zamora hat spanische, islamische und maurische Wurzeln.

Um das Jahr 800 wurde die Stadtmauer gebaut, um danach als Bischofssitz (Bistum Zamora) zu gelten. Kurz vor dem Jahr 1000 wurde die Stadt zerstört, um einige Jahre später wieder aufgebaut zu werden von Ferdinand I. Im 12. Jahrhundert war die Blütezeit der Stadt. Danach folgten mehrere Kriege mit Portugal. Ab dem 16. Jahrhundert begann der Niedergang der Stadt durch einen deutlichen Rückgang der Einwohnerzahl. Die Stadt erholte sich im 18. Jahrhundert etwas, um dann im 19. Jahrhundert mit einem Unabhängigkeitskrieg gegen die Franzosen erneut einen Rückschlag hinzunehmen.

Seither entwickelt sich die Stadt wieder, wenn auch nur langsam. Davon zeugen heute noch einige berühmte Gebäude, welche vielfach aus der Blütezeit im12. Jahrhundert stammen. Aufgrund der vielen romanischen Überreste wird Zamora auch «Stadt der Romantik» genannt. Auch wenn die Stadt nicht einen neuen Ruhm erlangt hat, so spricht die Vergangenheit für die Stadt. Enrique IV von Kastilien nannte Zamora: sehr edel und sehr treu.

Besonders gefällt uns der Mix von alt und neu, alles ist harmonisch und fügt sich sehr gut zu einem schönen Bild zusammen. Einen Besuch können wir nur empfehlen. Taucht ab und erlebt die Stadt am Duero. Ein Spaziergang am Duero muss auch sehr schön sein, haben wir aber nicht gemacht.

Muy Noble y Muy Leal

Enrique IV von Kastilien

Leave a Comment

Related Posts