Finnland – Von den Schären zu den Bären

by Barbara

Nach der Hauptstadt Helsinki (siehe [Blog](https://takethepath.ch/das-abenteuer-finnland-starten-wir-in-der-zivilisation/)), zieht es uns nun hinaus in die wilde Natur von Finnland. Wir starten mit der Schärenringstrasse, besuchen die Stadt Rauma und fahren quer durchs Land in den Osten. Auf dem Weg dorthin geniessen wir die finnische Seenplatte und lassen uns die Burg Olavinlinna und die grösste Holzkirche der Welt in Kerimäki nicht entgehen. Am östlichsten Punkt von Finnland und der EU winken wir nach Russland rüber und dann geht es schon bald auf Bärensafari.

Schärenringstrasse

Von der Schärenringstrasse in der Nähe von Turku, im Südwesten des Landes, haben wir uns eine Fahrt mit schönen Aussichten auf die Schäreninseln und viele Kilometer am Wasser vorgestellt. Gemäss unserem Reiseführer ist diese Ringstrasse ein Muss bei einem Finnland Besuch. Leider wurden wir von dieser Vorstellung etwas enttäuscht. Es gibt eine kleine und eine grosse Ringstrasse. Wir fahren die grosse Strecke mit 200 Kilometer ab und diese schlängelt sich über zwölf Brücken und beinhaltet neun Fährfahrten. Davon ist eine kostenpflichtig (40 Euro). Alle anderen sind gratis. Auf diesen Fährfahrten kann man das Wasser und die schöne Aussicht geniessen.

Die restliche Strecke fährt man mehrheitlich im Landesinnern der Inseln und sieht leider nicht viel vom Meer. Klar kann man Abstecher in die Seitenstrassen nehmen aber da wir leider keine brauchbaren Infos gefunden haben, was genau man da machen kann, sind wir die Strecke in zwei Tagen gefahren. Im Nachhinein hätten wir uns diese Kilometer sparen können. Die erhofften Ausblicke auf Schären und Wasser haben wir später in der finnischen Seenplatte dann doch noch erleben dürfen.

 

Rauma – Ein Traum aus Holz

Da wir nun schon in dieser Ecke des Landes sind, besuchen wir etwas weiter nördlich die Stadt Rauma. Diese ist wegen ihrer Altstadt Vanha Rauma definitiv einen Besuch wert. Rund 600 Gebäude aus dem 16. – 19. Jahrhundert stellen das grösste geschlossene Holzhausareal Skandinaviens dar und wurde zu Recht in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Wir laufen zuerst durch den ruhigen Teil von Rauma und sind erstaunt über die leeren Strassen. Erst später entdecken wir die touristischen Strassen mit Cafés und kleinen Boutiquen. In Rauma wird zudem ein sehr spezieller Dialekt gesprochen, welcher von anderen Finnen nicht verstanden wird. Für uns jedoch kein Problem. Da wir auch sonst leider fast kein Finnisch verstehen, hören wir diese Unterschiede erst recht nicht.

 

Burg Olavinlinna – Reise ins Mittelalter

Leider ist das Wetter an dem Tag eher grau und regnerisch während wir durch die finnische Seenplatte fahren. Trotzdem sind die Anblicke der reizvollen Saimaa Landschaft fantastisch. Und hier finden wir die Strassen und Brücken welche umgeben von Wasser sind. Man könnte meinen, dass wir von Insel zu Insel fahren. Aber es ist umgekehrt.

In Savonlinna besuchen wir die Burg Olavinlinna. Die Burg Olavinlinna gilt als die schönste in ganz Skandinavien und ist die am besten erhaltene Mittelalterburg in Nordeuropa. Die Burg ist zudem berühmt für die alljährlich stattfindenden Savonlinna Opernfestspiele. Die Aufführungen finden im imposanten Innenhof statt. Dieser verfügt über eine ausgezeichnete Akustik.
Empfehlung: Unbedingt die Burg mit einer Führung besuchen. Auf dieser sieht man Räume, welche ansonsten nicht zugänglich sind. Wer an der Geschichte der Burg interessiert ist, kann das hier nachlesen.

Die grösste Holzkirche der Welt steht in Kerimäki

Der Besuch dieser Kirche ist ein absolutes Muss wenn man in der Gegend ist und lässt sich sehr gut mit Olavinlinna verbinden. Einerseits ist die Kirche von Aussen sehr sehenswert. Andererseits ist auch der Innenraum mit 3400 Sitzplätzen sehr eindrücklich. Wieso die kleine Gemeinde im Jahr 1847 eine so grosse Kirche baute, ist bis heute Spekulation. Gemäss einer Legende wurden die Baupläne falsch verstanden. Die Masse wurden in Fuss berechnet, gebaut wurde jedoch in Meter.

 

Das mysteriöse Runendorf Parppeinvaara

Im Runendorf Parppeinvaara in Ilomantsi stossen wir auf zentrale Merkmale der karelischen Kultur: Kantelemusik, Handwerkskunst und traditionelle Küche. Da wir uns nun in Karelien befinden und noch einige Tage in dieser Region verweilen, möchten wir mehr dazu erfahren. Für das ist ein Besuch dieses Ortes ideal. Im Museumsbereich stehen diverse Runensängerhütten und andere historische Gebäude, welche an den ursprünglichen Orten ab- und hier wieder aufgebaut wurden. Für das kulinarische Wohl ist auch gesorgt. Wir geniessen im Restaurant ein leckeres Buffet mit karelischen Spezialitäten.

 

Der östlichste Punkt der EU

Der östlichste Punkt von Finnland und gleichzeitig der Europäischen Union, darf nur in einem schmalen, abgesperrten Korridor besucht werden. Von diesem Punkt am See, sieht man rüber nach Russland und die entsprechenden Grenzpfosten. Die Grenzregion zu Russland ist grossräumig abgesperrt mit einer Grenzzone. Eine Sperrzone ist entlang der gesamten finnisch/russischen Grenze und von wenigen hundert Metern bis 5 km breit und darf ohne Bewilligung nicht betreten/befahren werden. Alle paar Meter stehen Holzpfosten, welche einem immer wieder daran erinnern, die Grenze nicht zu überschreiten.

Einige hundert Meter von östlichsten Punkt entfernt, finden wir einen perfekten Übernachtungsplatz mit allem was das Freihsteh-Übernachtungsherz begehrt. Es gibt einen Grillplatz in einer wunderschönen Holzhütte und eine überdachte Outdoor Grillstelle. In einer separaten Hütte hat es genügend Feuerholz zur Verfügung. Zudem eine Trockentoilette und eine Pumpstelle mit Grundwasser. Was will man mehr.

Da wir umgeben sind mit Heidel-, Krähen-, Rausch- und Preiselbeeren geraten wir ins Sammelfieber. Kurz im Internet nachgeschaut wie man Preiselbeergelée macht und schon wird dies sofort nachgekocht auf dem offenen Feuer. Es schmeckt herrlich und wir können noch einige Tage später davon zehren. Und das alles direkt an einem See, weitab von jeglicher Zivilisation. Die Ruhe und Stille welche wir dort erleben ist sehr ungewohnt aber herrlich entspannend.

Als nächstes geht es auf Bärensafari. Das steht auf unserer To-do Liste seit wir Finnland als Reiseziel ausgesucht haben. Finnland ist einer der ganz wenigen Orte in Europa, bei welchem man wilde Braunbären in ihrem Lebensraum beobachten kann. Mehr dazu aber im nächsten Blog.

 

Hier der Link zu passenden YouTube Video

1 comment

Ursula Handschin-Stocker 26. August 2021 - 20:50

Wieder sehr anschaulich und spannend! Die Ortsnamen kommen mir bekannt vor aus meiner Finnlandliteratur. Schön, mal Bilder dazu zu sehen! Wir hoffen, ihr habt den Bären ein paar Beeren gelassen, sie lieben sie nämlich auch;-) Ob ihr inzwischen das Nordlicht gesehen habt? Aber ihr habt ja noch Zeit! Pressiert nicht zu fest, sonst verpasst ihr was unterwegs – z.B. Luosto mit all seinen Attraktionen wie der Amethysthöhle zum selber klopfen. Rentier- und Hundeschlittenfarm. Weiterhin viele tolle Erlebnisse! U u G

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